Traditionelle Gulfhöfe
Gulfhöfe gibt es hier wie Sand am Meer. Die historischen Bauernhöfe aus dem 17. und 18. Jahrhundert waren früher einmal Arbeits- und Wohnstätten. Hier vereinigten sich Wohnraum, Viehstall, Speicher und Arbeitshalle unter einem Dach. Der Kern eines solchen Hofs bildet die Hauptscheune, auch Gulfe genannt, in der die Arbeit verrichtet wurde. Heute sind die meisten der alten Bauten nicht mehr in Betrieb; viele stehen unter Denkmalschutz und beherbergen Ferienwohnungen, Museen oder auch Ateliers.
Alter Hof mal anders
Lars und Katrin Hill ist es zu verdanken, dass dem 100 Jahre alten Gutshof in Loxstedt neues Leben eingehaucht wird. Aus dem renovierungsbedürftigen Hof machten sie kurzerhand „The Rock House“ und schufen damit eine außergewöhnliche Location für Konzerte und Veranstaltungen. Der Name ist Programm: Hier gibt es vor allem Rockmusik auf die Ohren; sogar ein eigenes kleines Festival hat das Paar bereits organisiert. Im Vordergrund soll die Geselligkeit stehen; der Bau eines Biergartens für unbeschwerte Stunden steht bereits auf der Wunschliste.
Landwirtschaft gestern und heute
Große Maschinen, noch größere Höfe und Geschichte zum Anfassen. Das und vieles mehr findet ihr in den Landwirtschaftsmuseen an der niedersächsischen Nordseeküste, zum Beispiel hier:
- Das ostfriesische Landwirtschaftsmuseum in Campen zeigt über 600 spannende Exponate. Das Areal erstreckt sich über zwei historische Gulfhöfe und ein Landarbeiterhaus auf den Außenanlagen. Taucht ein in die Welt der großen Landmaschinen und unternehmt eine Zeitreise in das Landleben vergangener Zeiten.
- Die Museumsmühle "Schlachtmühle Jever“ in Jever beherbergt in der Mühlenscheune ein Landwirtschaftsmuseum. Vor Ort können Besucher alles über die Maschinen und Werkzeuge der letzten 100 Jahre sowie den Weg des Getreides über der Aussaat bis hin zur Ernte erfahren. Besonders für Kinder ist der Besuch der Mühle ein ereignisreiches Erlebnis.
Mit dem Rad auf den Spuren der Kuh: Auf den Milch-Ku(h)l-Touren in der Wesermarsch radelst du auf familienfreundlichen Fahrradrouten vorbei an landwirtschaftlichen Betrieben, die an festen Terminen Besichtigungen anbieten. Zudem befinden sich an den Haltepunkten Kuhsilhouetten aus Stahl, auf denen Tafeln kurz und unterhaltsam über alles Wichtige rund um die Milch informieren. Stärken kann man sich bei einer Rast an den urigen Melkhüs und vielen anderen Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecken.
Landwirtschaft ist langweilig? Weit gefehlt
Wie funktioniert eigentlich Landwirtschaft heute? Diese Frage kann dir am besten Lukas Döscher mit seinem YouTube-Kanal „Cuxland Agrarvideos“ beantworten. Hier filmt der Mitte 20-jährige gelernte Landwirt seinen Alltag und nimmt seine rund 62.000 Zuschauer mit durch seinen Arbeitsalltag auf dem Land. Seit 2017 veröffentlicht der Cuxländer mehrere Videos pro Woche und unterhält sowohl Zuschauer aus Deutschland als auch aus Österreich und der Schweiz. Seine Videos reichen von dem Vorstellen neuer Technik, über die Bewirtschaftung der Felder bis hin zu handwerklichen Tipps und Tricks. Über die Jahre hat er seine Zuschauer dabei mitgenommen, wie er den Hof seines Großvaters wieder aufbaut und verkauft mittlerweile auch eigene Fanartikel.
In Brake findet jährlich die „Weidewitzka“ statt, ein fröhliches Familienfest zum Weideaustrieb auf dem "Hof auf der Wurp". Besucher können das aufregende Spektakel erleben, wenn rund 200 Milchkühe zum ersten Mal im Jahr auf die saftigen Weiden gelassen werden. Ein abwechslungsreiches Programm bietet Live-Musik, Hofbesichtigungen, eine Weiderallye und einen kleinen Markt mit regionalen Produkten.
Hofführungen werden auf dem Hof Seeverns angeboten. Hier steht die Milchviehwirtschaft und die Pferdezucht im Fokus. Der Hof lebt moderne Landwirtschaft. Für die jungen Besucher gibt es Ponyreiten und Treckerfahren im Angebot.
Wer auf den grünen Deichen die Schafe grasen sieht, hat sich vielleicht das ein oder andere Mal gefragt, wie es hinter den Kulissen einer Deichschäferei aussieht. Eine Auflistung einiger Schäferein der Oldenburgischen Deichband gibt es hier.