Küstenfischerei

Frischer gehts nicht

Dürfen wir mit ein paar Zahlen rund um die Küstenfischerei an der niedersächsischen Nordseeküste einsteigen? In 17 Häfen an der hiesigen Küste sind rund 140 Fischereiboote registriert, die auf Fang nach Garnelen, Miesmuscheln und Fischen gehen. 100 davon sind reine Krabbenkutter.

Krabbenkutter
Krabben
Kutterhafen mit Kuttern in Neuharlingersiel

Die Kutterhäfen sind aus vielerlei Gründen lohnende Ausflugsziele; die maritim-gemütliche Atmosphäre und die Aussicht auf im wahrsten Sinne des Wortes „fangfrischen“ Fisch zählen sicherlich dazu – zum Beispiel in:

 

  • Carolinensiel,
  • Ditzum (Dollart / Emsmündung),
  • Dornumersiel,
  • Dorum-Neufeld,
  • Fedderwardersiel,
  • Greetsiel,
  • Hooksiel oder
  • Neuharlingersiel.

 

Wenn ihr maritime Spezialitäten liebt, seid ihr hier also genau richtig. Es bleibt nur die Frage, in welcher Variation ihr euren Fisch am liebsten verspeist: im Fischbrötchen, geräuchert oder gebraten? Am besten probiert ihr euch durch, bis ihr euren ganz persönlichen Lieblingsgeschmack gefunden habt. Welche Fischarten auf den Tisch kommen, hängt ganz von der Saison ab. Es ist schon optisch ein Vergnügen, die frischen Auslagen der Fischhändler zu bestaunen – oft lassen sie sich auch auf einen kleinen Schnack ein und verraten ihre Tipps für die beste Zubereitung. Wer sich im Urlaub die Arbeit sparen möchte und das Essen lieber zubereiten lässt, steuert einfach einen der Fischbrötchen-Stände oder eines der zahlreichen Fisch-Restaurants an.

Die Krabben werden direkt an Bord der Kutter in Meerwasser gekocht. Dadurch erhalten sie ihre bekannte rötliche Farbe. Auf regionalen Hafenfesten habt ihr mitunter die Chance, sie direkt vom Kutter zu kaufen. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Weniger ist Meer: Das Fischbrötchen

Was das Fischbrötchen angeht, sind die Nordsee-Anwohner Puristen: Schnickschnack wie Salat oder Zwiebel? Der gehört hier nach klassischer Zubereitungsart eigentlich nicht aufs Fischbrötchen. Zwischen den Brötchenhälften steckt frischer Matjes, Bismarckhering, Aal oder Lachs. Wie dieses Brötchen beschaffen sein soll, daran scheiden sich allerdings schon wieder die Geister: Die einen sagen, es sollte knusprig sein – für die anderen muss es unbedingt ein weiches Brötchen sein. Wie auch immer eure Vorlieben aussehen: Wir hoffen, dass euer Besuch an der Nordseeküste lang genug ist, um möglichst viele der köstlichen Fischbrötchen zu probieren.

Krabbe, Garnele, Granat – was denn nu´?

Zu den absoluten Klassikern der Nordseeküche zählt die Nordseekrabbe – ob als Suppe oder frisch auf dem Krabbenbrötchen. Allerdings ist die Sache mit der „Krabbe“ gar nicht so klar, wie es scheinen mag. Genau genommen werden hier nämlich Sandgarnelen gefischt. Und die zählen im biologischen Sinne nicht zu den Krabben, sondern zu den Langschwanzkrebsen. Trotzdem hat sich der Name Nordseekrabbe durchgesetzt. Regional wird euch vielleicht auch die Bezeichnung Granat oder Porren begegnen. Wie auch immer ihr das kleine Tierchen nennt: Kaum an einem anderen Ort erhaltet ihr es so frisch wie in unserer Region.