Updrögt Bohnen

Kulinarisches Wahrzeichen in unserer Region

Updrögt Bohnen sind getrocknete Bohnen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ursprünglich entstanden als einfaches Gericht für Fischer und Bauern, haben sich diese getrockneten Bohnen zu so etwas wie einem kulinarischen Wahrzeichen entwickelt. Seinen Ursprung hat das Gericht in einer Zeit, als die Menschen an der Nordseeküste von Fischfang und Landwirtschaft lebten. Um die Haltbarkeit der Bohnen zu erhöhen und eine wohlschmeckende Mahlzeit für nach harten Arbeitstagen zu schaffen, begannen die Bewohner, die Bohnen zu trocknen. Die Bezeichnung "Updrögt" stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet "getrocknet". Das Trocknen ermöglichte es den Menschen, ihre Ernte das ganze Jahr über zu genießen.

Die Vorbereitung: das Bohntjeband

Wer etwas für den „schnellen Hunger“ sucht, für den sind die Updrögt Bohnen nicht das richtige – zumindest, wenn sie Schritt für Schritt auf traditionelle Art vor- und zubereitet werden. Denn: Die Zubereitung erfolgt mit friesischer Ruhe und Gelassenheit – und sie folgt lang überlieferten Regeln. Zunächst werden reife, weichschalige Bohnen von den Fäden befreit und auf einen dünnen Faden gereiht. Das ist das so genannte Bohntjeband, das dann zum Trocknen in die Küche oder auf den Dachboden gehängt wird. Und zwar für mehrere Wochen! Sind die Bohnen vollständig getrocknet, werden sie traditionell in einem Leinenbeutel aufbewahrt.

Zu den Updrögt Bohnen ist ein plattdeutscher Spruch überliefert. Er lautet: "Doaroan worden Ji satt, dat kann ik Jo verspreken!" Also: „Davon werden Sie satt, das kann ich Ihnen versprechen!“ Ob das stimmt, davon überzeugt ihr euch am besten selbst bei eurem nächsten Besuch an der Nordsee.

Die Zubereitung: nichts für Eilige

Auch die weitere Zubereitung ist nichts für Eilige: Die getrockneten Bohnen müssen nun nämlich eingeweicht werden – am besten eine ganze Nacht lang. Dann werden sie etwa zwei Stunden lang gekocht, klassisch mit Speck, Zwiebeln und Gewürzen. Zuletzt kommen Kartoffeln und Wurst dazu. Dann heißt es: genießen, und zwar den herzhaften Geschmack ebenso wie das Gefühl, ein Stück authentisches Ostfriesland auf der Zunge zu haben.