Deiche, Kutter und das UNESCO-Wattenmeer
Das Wattenmeer vor der ostfriesischen Küste gehört seit 1993 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Zweimal täglich zieht sich das Meer zurück und gibt eine Landschaft frei, die sonst nirgendwo auf der Welt zu sehen ist: Priele, Muschelfelder, Schlickflächen, Salzwiesen. Der Nationalpark gliedert sich in drei Schutzzonen – Zone 1 ist nur mit geführten Wattwanderungen betretbar, Zone 3 steht zur freien Erholung offen.
An der Festlandküste prägen die Sielhäfen das Bild. In Greetsiel liegen die Krabbenkutter dicht am Kai. Die Zwillingsmühlen von 1856 und 1921 überragen die Häuser des Ortes – eine von ihnen mahlt bis heute, während in der anderen ein Café untergebracht ist. Wer weiter nach Westen fährt, stößt auf den rot-gelb gestreiften Pilsumer Leuchtturm: 11 Meter hoch, seit 1889 in Betrieb und durch den Komiker Otto Waalkes weltberühmt geworden.
Was hält Ostfriesland für den Urlaub mit Hund bereit?
Für Hundebesitzer bietet Ostfriesland etwas, das viele Küstenregionen nicht haben: weite, fast menschenleere Deiche, auf denen der Hund einfach laufen darf. Die flache Topografie, lange Strandsektionen außerhalb der Hochsaison und die autofreien Inseln Juist und Spiekeroog machen die Region zu einem der hundefreundlichsten Reiseziele Norddeutschlands.
Radfahren, Boßeln und aktiv durch die Küstenregion
Ostfriesland zählt zu den besten Radregionen Norddeutschlands, weil man hier ohne Kondition und ohne Höhenmeter wirklich überall hinkommt. E-Bike-Verleihe gibt es in fast jedem Küstenort und das Knotenpunktsystem führt dich quer durch die Region, vom Deich ins Fehngebiet und zurück ans Meer – immer mit Blick auf Windräder, Schleusen und alte Backsteinkirchen. Von Aurich aus starten gut ausgebaute Radwege in alle Himmelsrichtungen, sodass die Stadt als zentraler Ausgangspunkt für Tagestouren durch die Region dient.
Wer etwas Typisch-Ostfriesisches erleben will, schaut nach einem Boßelspiel: Das Werfen einer Hartgummikugel auf Landstraßen ist seit Jahrhunderten Volkssport und wird an Wochenenden auf öffentlichen Wegen gespielt. Mitmach-Angebote für Touristen gibt es bei mehreren Veranstaltern. Wer Wasser vorzieht, findet Surfschulen, Kajak- und Kanuverleihe sowie kombinierte Paddel-und-Pedal-Touren, die Wasser und Radweg miteinander verbinden.
In Suurhusen, einem kleinen Dorf nahe Hinte, steht seit 1450 ein Kirchturm – und er steht schief. Sehr schief. Seit 2007 ist er im Guinness-Buch der Rekorde als schiefster natürlich geneigter Turm der Welt eingetragen, mit einer größeren Neigung als der berühmte Turm von Pisa. Der Grund: Das Fundament ruht auf entwässerten Moorböden, die im Laufe der Jahrhunderte langsam absanken.
Wo übernachtest du in Ostfriesland?
Je nach Reisestil bietet Ostfriesland sehr unterschiedliche Unterkunftswelten – von der Insel bis zum Hof im Binnenland.
- Inselunterkünfte: Von Strandhotels auf Norderney bis zur kleinen Pension auf Baltrum ist der Meeresblick fast immer inklusive. Buchungen weit im Voraus empfohlen, besonders in der Hauptsaison.
- Ferienhäuser an der Küste: In Greetsiel, Carolinensiel oder Norddeich gibt es zahlreiche Ferienhäuser – ideal für Familien und alle, die Hafen und Wattenmeer vor der Tür wollen.
- Camping: Campingplätze an der Festlandküste und auf den Inseln ermöglichen Übernachtungen unmittelbar hinter dem Deich, unter dem weiten ostfriesischen Himmel.
Auch ein Bauernhofurlaub gehört in Ostfriesland zur Tradition. Auf Höfen im Rheiderland und im Harlingerland können Gäste bei der Ernte helfen, Tiere füttern und das Lüttje-Ostfreesen-Abitur ablegen; ein Erlebnisprogramm mit Kuhmelken, dem traditionellen Boßelwurf und anderen friesischen Volkssportarten. Reiterhöfe mit Ferienwohnungen und eigenem Unterrichtsprogramm sind in der gesamten Region verteilt.
Dein Urlaub in Ostfriesland beginnt jetzt!
Der erste Abend in Ostfriesland hat meistens das gleiche Ende: Der Tee in der Ferienwohnung ist fertig, der Kluntje liegt schon in der Tasse. Morgen früh nimmst du das Rad, oder du buchst eine Wattwanderung, oder du schaust einfach, wo dich der Weg hinführt. Ostfriesland stellt keine Agenda auf – es ist einfach da, in seiner Weite, seinem Wind und seinen sieben Inseln am Horizont.